Identitätsorientierte Psychotrauma Arbeit mit der Anliegen Methode (IoPT)

 

Wann ist eine eigene Selbst Begegnung (Aufstellung) lohnenswert?

Wenn sich Probleme wiederholen, das Gefühl besteht, dass wir trotz unserer Bemühungen nicht weiterkommen und wir den Eindruck haben uns im Kreis zu bewegen, aus dem wir nicht heraus finden, lohnt es sich eine Selbsterforschungsreise zu beginnen.

Wahrscheinlich liegt der Grund dafür, dass wir nicht weiter kommen, außerhalb unseres bewussten Wissens und Fühlens. Vermutlich haben wir eine Erfahrung gemacht, die ohne die Abspaltung der damit in Zusammenhang stehenden Gefühle nicht verkraftbar wäre.

Die Abspaltung von überwältigenden lebensbedohlichen Gefühlen und Erinnerungen war in der betreffenden Situation oder der gesamten Lebensphase eine notwendige und wertvolle Reaktion, mit deren Hilfe wir unser Überleben sichern konnten.

Da aber die Erinnerung und die damit verbundenen Gefühle nicht wirklich ausgelöscht ist, sondern in unserem Unbewussten "deponiert" wurden, bringen wir nach traumatischen Erfahrungen viel Kraft dafür auf um mit dieser Erinnerung nicht wieder konfrontiert zu werden. Selbst, wenn die ursprünglich bedrohliche Situation längst nicht mehr besteht, vermeiden wir die erneute Konfrontation.

Die daraus entstehenden Vermeidungshaltungen werden als Überlebensstrategien bezeichnet. Symptome hierfür können unter anderem eine erhöhte Wachsamkeit in Form von überstarken Kontrollbedürfnissen, Waschzwänge, Unruhezustände, Schlafstörungen bis hin zu Krankheitssymptomen sein. Um zu einer gesunden autonomen Entwicklung zurück zu finden bedarf es folglich der Erforschung dessen, was uns ursprünglich geschehen ist. 

Da wir uns in der für uns traumatischen Situation spalten müssen, indem wir die damit einhergehenden Gefühle gleichsam einfrieren, können sich diese Anteile unserer Persönlichkeit nicht weiter entwickeln. In diesen Anteilen bleiben wir folglich das kleine Kind, evtl. sogar der werdende Mensch im Mutterleib.

Nur langsam können wir uns, aufbauend auf unsere immer auch vorhandenen gesunden Persönlichkeitsanteile diesen verletzten Anteilen wieder annähern, ihnen dazu verhelfen einen sicheren Boden zu finden, auf dem sie sich behutsam den damals so bedrohlichen Gefühlen annähern können um die abgespaltenen Anteile nach und nach wieder zu integrieren.

Die Erinnerung an das Trauma bleibt bestehen, aber wir können uns weiter dahin entwickeln, dass es nicht mehr unser Leben beschränkt und dominiert. 

Wir werden wieder vollständig... . Trauma kann heilbar sein. Die Dauer und der Erfolg der Prozess orientierten Arbeit werden immer durch individuell unterschiedliche Faktoren bestimmt.

  

 

Die Anliegen Methode

 

Der Anliegensatz, der zu Beginn jeder Aufstellung benannt wird oder evtl. auch ein Bild, das Sie gemalt haben, bezeichnet den Inhalt dessen, an dem Sie arbeiten wollen: was jetzt wichtig für Sie ist.

Er nimmt die zentrale Rolle in jeder Arbeit ein und dient als Leitfaden für Ihre Aufstellung.

 

Sie selber bleiben während Ihrer gesamten Arbeit beteiligt und entscheiden über das weitere Vorgehen. Es ist Ihre Arbeit und Sie können jederzeit überprüfen und rückmelden, wie es ihnen geht, ob Sie übereinstimmen, in Resonanz gehen, mit dem, was sie sehen, hören, fühlen.

Ich ermutige Sie immer wieder Ihren eigenen Impulsen zu folgen.

 

Sie erhalten während Ihrer Aufstellung Informationen, die Ihnen bislang oft noch nicht bewusst zur Verfügung standen. Gefühle werden spürbar, es entsteht Kontakt zwischen den Worten oder es wird deutlich, dass (noch) kein Kontakt möglich ist.

Sie können erkennen, dass jedes Wort ein Persönlichkeitsanteil ist, der zu Ihnen gehört oder der vielleicht einen Anteil Ihrer Eltern spiegelt, den Sie übernommen haben.

Im Laufe des Prozesses entwickeln Sie über das Erkennen Ihrer persönlichen Wirklichkeit mehr und mehr ein Gefühl von Sicherheit in dem Maß, in dem die Verwirrung sich auflöst.

Vielleicht können Sie z.B. einen Zusammenhang zwischen körperlichen Symptomen und psychischen Belastungen erfahren oder Sie beginnen zu erahnen warum Ihnen im Alltag zu wenig Kraft zur Verfügung steht.

 

Diese Methode bietet auch eine gute Möglichkeit sich die Übertragung von eigenen Belastungen auf  unsere Kinder bewusst zu machen. Die Ursache von Konflikten kann häufig relativ schnell erkennbar werden und Sie sind eventuell schon nach kurzer Zeit in der Lage Ihre Kinder zu entlasten, indem Sie übertragene Gefühle zu sich zurück nehmen können.

Dadurch unterstützen Sie Ihre Kinder darin, sich nach und nach als autonome Persönlichkeiten wahr zu nehmen und eine gesunde Entwicklung zu machen.

 

 

Einzelarbeit

 

Die Einzelarbeit bietet auch eine sehr wirksame Möglichkeit mit dieser Methode zu arbeiten.

Für manche Menschen ist es zunächst oder auch dauerhaft einfacher sich im Einzel Kontakt zu öffnen. Gehen Sie Ihren Impulsen nach. Je sicherer Sie sich fühlen, desto einfacher können Sie sich selbst in Ihrer Aufstellung begegnen.

 

In der Einzelarbeit werden die StellvertreterInnen durch Platzhalter ersetzt.

Auch hier liegt die Reihenfolge der Auswahl der Worte und ihrer Stellvertreter bei Ihnen.

Sie können sich auf einzelne Platzhalter stellen und spüren, welche Gefühle, Worte und

Körpersymptome Sie wahrnehmen oder mich bitten in Resonanz mit einem oder mehreren Worten zu gehen.

 

 

Ergänzende Literatur:

 

Franz Ruppert:

"Frühes Trauma", Klett-Kotta Verlag

"Trauma, Angst und Liebe", Kösel Verlag

"Symbiose und Autonomie", Klett-Cotta Verlag

"Seelische Spaltung und innere Heilung", Klett-Cotta Verlag

"Trauma Bindung und Familienstellen", Klett-Cotta Verlag

"Verwirrte Seelen", Kösel Verlag

"Mein Körper, mein Trauma, mein Ich", Kösel Verlag

 

sowie:

 

"becoming your true self", Vivian Broughton, Green Balloon Publishing

"the heard of things", Vivian Broughton

"Der Feind im Innern", Michaela Huber, Junfermann Verlag

"Das verbannte Wissen", Alice Miller, Suhrkamp Verlag

"Wie die Seele entsteht", Unser psychisches Leben vor, während und nach der Geburt,

Ludwig Janus, Mattes Verlag Heidelberg

"Er hat nie darüber geredet", Schmidbauer (Kriegstraumata)

"Seelenmord", Ursula Wirtz (Inzest)

"Das Gedächtnis des Körpers", Joachim Bauer

 

weitere Informationen unter:

https://www.franz-ruppert.de